Unsichtbare Monster

Ich mag Chuck Palahniuks Romane und gehöre damit wohl zu derselben Minderheit, die auch American Psycho von Bret Easton Ellis mochte, aber ich muss jetzt einfach mal eine Lanze brechen für ihn und sein bisheriges Werk. *knirsch*

Vor ein paar Tagen habe ich Invisible Monsters gelesen, einer seiner ersten Romane, und bin völlig hingerissen. Fight Club ist nichts dagegen… ich gebe aber auch zu, dass ich das Buch vielleicht einfach nur gar nicht verstanden habe. Während Fight Club und auch Survivor voll sind mit Informationen, die Google Konkurrenz machen könnten und mich als Leser zwischendurch immer wieder genervt haben, setzt Invisible Monsters eher auf Emotionen und Empathie.

Ich habe es jedenfalls gerne gelesen und kann nicht wirklich nachvollziehen, dass gerade dieser Roman von vielen Verlagen abgelehnt wurde, weil er zu „verstörend“ sei. Ich fand ihn toll, überraschend und zitierendswert. ;)

No matter how much you think you love somebody, you’ll step back when the pool of their blood edges up too close.

Wie bei Palahniuk üblich findet man sich als Leser sehr schnell in einer spannenden Umgebung wieder und bestaunt die Figuren, die farbenfroh und doch ein wenig milchglasverschwommen um einen herumstampfen.

Birds ate my face.

Im letzten Drittel eines Palahniuk-Romans meint man dann plötzlich zu wissen, worauf alles hinausläuft. Man blättert zurück um seine eigene Vorstellung zu überprüfen und zu untermauern. Ich grinse tatsächlich in solchen Fällen immer ein bisschen grenzdebil vor mich hin und muss mich beherrschen um nicht vorzublättern und „Aha!“ zu rufen.

If I can’t be beautiful, I want to be invisible.

Doch Palahniuk wäre nicht Palahniuk, wenn er einem nicht auf den allerletzten Seiten den Boden unter den Füßen wegreißen würde um zu zeigen, dass man vielleicht den richtigen Riecher hatte, aber niemals die ganze Story hätte voraussehen können. Alles ist genau so wie es scheint und gleichzeitig anders. Herrlich! :)

It was just the biggest mistake I could make. The biggest challenge I could give myself. […] You have to jump into disaster with both feet.

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~ von Sasy - Mai 29, 2010.

3 Antworten to “Unsichtbare Monster”

  1. Ich hab bisher zwei Bücher von Palahniuk gelesen und war beide Male total gepackt und vom Ende fasziniert. „Fight Club“ steht noch ungelesen im Regal (konnte mich dazu noch nicht durchringen, weil ich den Film und damit den Clou der Story kenne), aber „Lullaby“ und „Das letzte Prokoll“ fand ich klasse.

  2. Wenn dir ‚Das letzte Protokoll‘ gefallen hat, dann wirst du ‚Invisible Monsters‘ (die deutsche Übersetzung heißt übrigens ‚Fratze‘) auch mögen, da bin ich mir ganz sicher.
    Den Roman ‚Fight Club‘ fand ich ganz anders als den Film. Das Ende ist im Buch jedenfalls anders. Ich liebe den Film, aber das Buch fand ich so verwirrend, dass ich zu abgeschreckt war um es ein 2. Mal zu lesen. Hätte ich das getan, hätte ich es vielleicht auch verstanden.

  3. Wenn das Buch ganz anders ist als der Film (hätte ich mir eigentlich denken können – ist ja oft so), werde ich das demnächst in Angriff nehmen. „Fratze“ merke ich mir auch mal!

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