Bücher 2010 – Januar

Der Pingu hat es so schön vorgemacht auf ihrem Blog und hat einen Bücher-Jahresrückblick gestartet – da hänge ich mich natürlich mal mit dran. Ich bin mir sicher, dass sie nichts dagegen hat. :)

Gelesen habe ich im Januar:

Markus Zusak: Der Joker
Der junge Taxifahrer Ed findet eine Spielkarte mit drei Adressen und Aufgaben auf der Rückseite in seinem Briefkasten. Neugier treibt ihn dazu, sich die Adressen anzusehen und dort trifft er jeweils auf Personen, deren Leben er durch sein Erscheinen und seine Anteilnahme deutlich verändert. Doch im Laufe der Zeit (und der Spielkarten, die regelmäßig bei ihm eintrudeln), verändert nicht nur Ed die Welt, sondern auch umgekehrt…
„Der Joker“ habe ich fast in einem Rutsch durchgelesen, weil es wirklich gut geschrieben ist – mit viel Wortwitz und Situationskomik. Leider hat mich das Ende sehr enttäuscht. Markus Zusak hat es dementsprechend leider nicht auf die Liste der Autoren, die ich im Auge behalte, geschafft.

Juli Zeh: Spieltrieb
Dazu gibt es einen Blogeintrag.

Max Goldt: Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau
Auch über dieses Buch habe ich geblog(g)t.

Rainer Moritz: Die Überlebensbibliothek
Mein erstes abgebrochenes Buch 2010. Ich habe auch tatsächlich keinerlei Erinnerung mehr daran, worum es geht.

Alice Sebold: In meinem Himmel
Die 14jährige Susie Salmon wird von einem Mann aus der Nachbarschaft vergewaltigt und getötet. Aus dem Jenseit heraus betrachtet sie die „Welt danach“ – die Ermittlungen der Polizei, die Verzweiflung ihrer Familie und Freunde und natürlich auch das Verhalten ihres Mörders.
„In meinem Himmel“ ist ein so trauriges und emotional anstrengendes Buch wie ich es selten erlebt habe. Ich war bereits nach wenigen Seiten in Tränen aufgelöst und aus diesem Tief bin ich auch für den Rest des Buches nicht mehr wirklich rausgekommen. Aber auch hier hat mich das meiner Meinung nach gehetzte und unbefriedigende Ende gestört.

Leonie Viola Thöne: Die Figur Edward Cullen. Moderner Mormonen-Missionar oder Vampir-Romantiker?
Ich glaube, der Titel ist relativ selbsterklärend, oder?
„Die Figur Edward Cullen“ habe ich bei Tauschticket ertauscht [damals, vor vielen Monden, als es sich noch gelohnt hat ;)], denn ich informiere mich gerne über schlechte Literatur – damit mir niemand vorwerfen kann, ich wüsste nicht, wovon ich rede. Ehrlich gesagt, war ich mir fast sicher, dass ich das Ding – Buch mag ich es nicht nennen – auch verbloggt habe, aber offensichtlich war mein Ekel so groß, dass ich es nicht getan habe. Ist vielleicht auch besser so. Das Teil ist nämlich grausam. Es ist schlecht geschrieben (inhaltlich, stilistisch und orthographisch!) und ich weiß immer noch nicht, wie ein Verlag sich auf ein solches Niveau herablassen kann.

Else Buschheuer: Ruf! Mich! An!
Eine Protagonistin mit pseudomodernem Vornamen lebt ihr Leben und kämpft mit den Anforderungen der Konsumgesellschaft.
„Ruf! Mich! An!“ war mein erstes Buch von EB und wird auch das einzige bleiben. Ich fand es zwar durchaus streckenweise amüsant, aber oft auch viel zu überdreht.

Siegfried Lenz: Mutmaßungen über die Zukunft der Literatur
Drei Essays, die sich im weitestens Sinne mit dem Einfluss von Technolgie auf Literatur beschäftigen.
„Mutmaßungen über die Zukunft der Literatur“ verspricht im Titel mehr, als es tatsächlich inhaltlich bereithält. Leider, denn ich mag Lenz‘ Stil eigentlich sehr gerne, aber das hilft alles nichts, wenn das, was er schreibt eher an Platitüden erinnert.

Frances Hodgson Burnett: Der kleine Lord
Der junge Cedric wird von seinen Eltern aus Amerika zu seinem Großvater nach England geschickt um dort von diesem auf seinen Titel vorbereitet zu werden. Der Großvater ist ein steifer, unnahbarer und unfreundlicher Mann, dessen Herz jedoch plötzlich gerührt wird, als er den kleinen Lord vor sich stehen sieht.
„Der kleine Lord“ ist ein sehr schönes und wundervoll geschriebenes Kinderbuch, das ich jedem ans Herz legen würde. Es entspricht natürlich keinen modernen Erziehungsstandards, aber genau das macht seinen Charme aus.

Kai Meyer: Die Alchimistin
Der Waisenjunge Christopher trifft nach dem Verlust seiner Eltern auf einer kleinen Insel in der Ostsee den Rest der verbliebenen Familie Institoris: den mürrischen und geheimnisvollen Nestor Nepomuk, der seine Tochter in der vom ihm gewählten Wissenschaft der Alchemie ausbildet, dessen Frau und die eben schon erwähnte Tochter Aura. Alle hausen in einem dunklen und dem Sturm trotzenden Schloss, dessen Zimmer Christoph offen stehen – bis auf ein Turmzimmer in dem Nestor Nepomuk und Aura ihrer Leidenschaft frönen. Als ob die Abgeschiedenheit nicht deprimierend genug wäre, wird schließlich auch noch der Herr des Hauses ermordet…
„Die Alchimistin“ ist nicht mein erster Roman von Kai Meyer und bisher hat mich der Autor eigentlich nicht großartig enttäuscht. Zwar komme ich hier auch – mal wieder – mit dem Ende nicht ganz klar, aber ich befürchte, das ist tatsächlich eine Macke von mir und liegt nur selten an den Büchern selbst. Der Roman ist spannend und man fiebert und zittert mit den handelnden Figuren mit, wie eigentlich immer bei Kai Meyer. Deshalb steht er auch ganz oben auf der Liste derer, durch dessen Gesamtwerk ich mich mit der Zeit lesen werde.

Simon Beckett: Flammenbrut
In meinen Notizen steht zwar, dass es um Schwangerschaft, Pyromanie, Schizophrenie, Freundschaft und Angst geht, aber ich kann mich kein Stück an den Inhalt von diesem Buch erinnern. Selbst ein kurzer Besuch bei Amazon um dort die Buchbeschreibungen zu lesen, hat mir nicht geholfen. Ich habe mir zwar aufgeschrieben „liest sich sehr gut und hat ein spannendes Ende“, aber offensichtlich ist der Inhalt nicht so aufsehenerregend, dass er über längere Zeit im Kopf bleibt. Schade.

Marianne MacDonald: Das Manuskript
Offensichtlich war ich Ende Januar reichlich abgelenkt, denn viel fällt mir auch zu diesem Roman nicht mehr ein. Ich weiß, dass er in England spielt und eine Archivarin und einen pensionierten Oxford-Professor, ihren Vater, in den Hauptpersonen hat, aber das war es dann auch schon. Dass ich mich zeitweise gelangweilit habe und vom Setting enttäuscht war, entnehme ich einfach mal meinem Fazit: „langatmig und weniger englisch als ich dachte, nicht mein Fall“.

So, das war dann mal Januar… ich hoffe, dass mein Gedächtnis nicht immer so schlecht sein wird, aber ich kann es ja im Zweifelsfalle immer auf die Qualität der Bücher schieben. ;)

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~ von Sasy - Dezember 16, 2010.

8 Antworten to “Bücher 2010 – Januar”

  1. »Ich bin mir sicher, dass sie nichts dagegen hat. :)«
    Aber natürlich hat sie nichts dagegen! Sie freut sich im Gegenteil total kringelig! *gg*
    Ich bin jetzt schon total gespannt auf die restlichen 11 Monate, bin immer wieder total neidisch, dass du das, was ich in 6 Monaten lese, in einem wegschnupfst und hab schon 3 Bücher gefunden, die auf meine Liste kommen („In meinem Himmel“, „Der kleine Lord“ und „Die Alchimistin“… und vielleicht noch den Joker ;)). *g*

    *gg* Ich find’s total cool, dass du an die letzten zwei Bücher kaum richtige Erinnerungen hast. Als ich nämlich meine Bücherliste angeschaut habe (die auch nur deshalb so wortreich ist – abgesehen davon, dass ich nie aufhören kann, zu schreiben ;) – weil ich die Eindrücke immer festgehalten habe, solange sie noch frisch waren *g*), dachte ich auch manchmal: „Das hab ich gelesen? Echt jetzt?“ (Das ist auch einer der Gründe, warum ich dieses Jahr unbedingt wieder eine Liste wollte: Um mich daran zu erinnern, was ich wann gelesen habe ;))

  2. Du glaubst ja gar nicht, was für ein Felsbrocken mir gerade vom Herzen fällt. Ich bin also doch nicht die einzige, die sich an manche Bücher nicht mehr wirklich erinnern kann. :)

    Und ich gebe ja mal ganz offen zu, dass ich genaus so neidisch auf dich bin, da du offensichtlich Bücher viel genauer und mit mehr Herzblut liest als ich. *verneig* Bei mir ist es oft so, dass ich aus reiner Langeweile lese und manchmal gar nicht richtig verarbeite, was für Buchstaben gerade vor meinen Augen rumtanzen. *schäm*

  3. Hallo Sasy,

    meinst du jetzt eigentlich das Buch die Figur Edward Cullen oder die Twillight Saga?

  4. @Anna: Ich beschreibe dort meine Meinung von dem Buch „Die Figur Edward Cullen“. Allerdings weicht meine Meinung von der Twilight-‚Saga‘ nicht sehr davon ab. ;)

  5. Hamma das was du in einem Monat wegliest schaff ich gerad mal in einem Jahr… Ich werd mal schauen wieviele ich dieses Jahr gelesen hab ;) aber an dich reich ich nieeeee ran :)

    Lg

  6. @Sasy: danke für die schnelle Antwort ;), muss Kim recht geben bin ganz begeistert ich würde auch gerne so schnell so viel Lesen können gehöre leider zur Fraktion Schneckentempo

  7. *g* Ne, ganz sicher bist du nicht die einzige, die manche Bücher aus ihrem Gedächtnis streicht. =) Und ich bin auch ganz schlecht, wenn es darum geht, einzuordnen wann ich welches Buch gelesen habe… zum Beispiel hätte ich schwören können, dass ich dieses Jahr erst „Vor dem Sturm“ aufgegeben habe (dabei hat mir das eigentlich ganz gut gefallen, aber wenn ich in einem Monat nicht über Seite 90 hinwegkomme, gibt mir das doch zu denken ;)), aber… kann nicht sein, es sei denn, ich hätte die Liste getürkt (und das dann auch vergessen).

    Ach guck… so unterschiedlich sind die Wahrnehmungen. Das hätte ich jetzt nicht gedacht. Aber mit mehr Herzblut lese ich sicher nicht. Ich hab beim Lesen nämlich meistens die Aufmerksamkeitsspanne einer Fünfjährigen nach einer halben Tüte Bonbons… ich les einfach immer nur wenig am Stück (es sei denn, es ist grad wirklich spannend ;)). *gg*

    *lässt Knuddler da*
    =)

  8. @Kim & Anna: Danke. :) Ich lese halt einfach relativ schnell und so ziemlich in jeder Situation – selbst wenn Webseiten etwas länger zum Laden brauchen, schaffe ich immer ein paar Sätze. ;)
    Ich wünsche mir auch immer noch intelligente Autos, die alleine den Weg finden und fahren – damit ich währenddessen ein bisschen lesen kann. *gg*

    @Pingu: Das mit der zeitlichen Einordnung fällt mir auch extrem schwer. Manchmal stolpere ich irgendwo über einen Buchtitel und weiß, dass ich das Ding gelesen habe, aber wann? Ich muss dann immer meine Listen konsultieren… und ärgere mich dann oft darüber, dass ich erst vor wenigen Jahren überhaupt damit angefangen habe welche zu führen.
    „die Aufmerksamkeitsspanne einer Fünfjährigen nach einer halben Tüte Bonbons“ ist ja mal sehr niedlich. :)

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