Gelesen im Januar 2011…

Damit ich im Dezember wieder ins Rotieren komme mit meinem „literarischen Jahresrückblick“, fange ich dieses Jahr einfach mal etwas zeitiger an und versuche jeden Monat die Bücher zu verbloggen, die ich gelesen habe.

Geht los?
Geht los.

Bill Bryson: Wo, bitte, geht’s nach Domodossola?
Ich mag Bill Bryson ja, aber seine Reiseberichte finde ich immer ein klitzekleines bisschen ermüdend. So nach 200 Seiten will ich meistens nicht mehr, denn es passiert einfach nichts neues. Der Autor gondelt immer nur durch die Welt und wird zum Ende der Reise (und des Buches) hin immer schneller, bzw. erzählt weniger als zu Beginn. Komisch. Davon abgesehen mag ich Brysons Stil aber generell wirklich.
Wo, bitte, geht’s nach Domodossola? ist übrigens auch unter dem Titel Streifzüge durch das Abendland erschienen – nur so als kleine Information am Rande. Ich hab letzteres nämlich gerade vor ein paar Tagen bei eBay ersteigert und mich beim Anblick des Inhaltsverzeichnisses gefragt, ob ich Hellseher bin oder nur ein Déjà-vu erlebe. ;)

 

Arthur Conan Doyle: Die Wiederkehr von Sherlock Holmes / Der letzte Streich von Sherlock Holmes / Das Notizbuch von Sherlock Holmes
Die letzten 3 Bände der Kiepenheuer-Gesamtausgabe waren ebenso gut wie die ersten beiden. Und sie haben mir geholfen meinen Sherlock-Holmes-Flash zu überwinden. Ich kann jetzt mit gutem Gewissen sagen, dass ich die meisten SH-Stories gelesen habe und darf damit im Sherlock-(= Benedict-Cumberbatch-)Fandom angeben. xD
Und ich mag die meisten Geschichten wirklich gern. Ein paar sind dabei, die ich ein wenig langatmig finde, aber generell bin ich begeistert.

 

Bill Bryson: Bryson’s Dictionary of Troublesome Words
Eine Auflistung (oder vielleicht sollte man es Handbuch nennen) von Wörtern und Ausdrücken, die von englischen Autoren (Journalisten, etc.pp.) gerne falsch geschrieben oder falsch benutzt werden. Ich war erstaunt, wie viele englische Worte es gibt, die ich noch nie in meinem Leben irgendwo gesehen habe. Zum Teil habe ich nicht einmal die Erklärungen der einzelnen Worte verstanden… meistens war ich aber dann auch zu faul mein Wörterbuch rauszuholen. ;) Früher – sprich: in der Schule – habe ich jedes einzelne unbekannte Wort angestrichen, nachgeschlagen und auswendig gelernt, ich Streber. Aber heute lese ich in englischen Romanen gerne über solche Worte hinweg, denn die Bedeutung ergibt sich meistens eh aus dem Zusammenhang.

 

Martin Doerry & Markus Verbeet (Hg.): Wie gut ist Ihre Allgemeinbildung?
Ja. Ähm. In einer langweiligen Stunde an einem noch langweiligeren Sonntag macht man schon mal solche Dinge. Das Ergebnis weiß ich auch schon gar nicht mehr, aber ich erinnere mich noch, dass ich in den Bereichen Politik und Wirtschaft komplett versagt habe. Ich erkenne weder Politiker, noch weiß ich welche Firmen wo wann und mit wem an die Börse gegangen sind. Der Geschichtsteil war überraschend gut, denn auch wenn ich Geschichte studiert habe, würde ich mich in dem Bereich nicht als übermäßig kundig bezeichnen. Daten und Namen sind halt nicht meine Freunde. Gut, dass zumindest Sport nicht vorkam, denn dann hätte ich wohl noch schlechter abgeschnitten. ;)

 

Helge Schneider: Zieh dich aus, du alte Hippe
Ich habe nicht die geringste Ahnung, wie dieses Buch auf meinem SuB gelandet ist, denn ich mag Helge Schneider überhaupt nicht. Wahrscheinlich verstehe ich ihn einfach nicht und in Wirklichkeit ist er ein großartiger Künstler, aber auf mich wirkt er einfach nur nervig.
Allerdings kann ich das in geschriebener Form durchaus ertragen. Mehr als diese hundert und ein paar Seiten hätten es zwar auch nicht sein dürfen, aber so ein schmales Bändchen ging durchaus. Helge Schneider kommt zwar trotzdem nicht auf die Liste meiner Lieblingsautoren, aber zumindest war Zieh dich aus, du alte Hippe alles andere als qualvoll. ;)

 

Richard Castle: Heat Wave
Heat Wave habe ich im Zuge meiner Castle-Manie gelesen und dann schließlich passend zur English-2011-Challenge verbloggt. :)

 

 

 

Harald Schmidt: Mulatten in gelben Sesseln
Ich erinnere mich dunkel, dass dieses Buch mal in einem Seminar zur Literatur der Postmoderne von einem Kommilitonen angesprochen wurde, aber ich weiß natürlich nicht mehr, was er genau dazu gesagt hat. [Ich könnte ihn anrufen und fragen, aber wir wollen’s mal nicht übertreiben. ;)] Aber zumindest hat sich diese Erwähnung irgendwo in meinem Hirn festgesetzt und deshalb ist das Buch auf meinem SuB gelandet. Harald Schmidt war ja auch mal stark angesagt und naja… zurück zum Buch: Es beinhaltet einen mehr oder minder amüsante Pseudobiographieteil und jede Menge Focus-Kolumnen. Hört sich generell ja mal nicht schlecht an, aber mein Fall ist es nicht. Der erste Teil ist mir zu kalauernd und die Kolumnen sind fast durchgängig langweilig und mit Platitüden gespickt. Muss ich nicht haben.

 

David Levithan: Das Wörterbuch der Liebenden
Hach, das hat mir gut gefallen und dazu gibt es in den nächsten Tagen auch noch einen visuellen Blogeintrag. Ich glaube aber, dass das Buch durch die deutsche Übersetzung ein wenig gelitten hat und muss doch wirklich mal gucken, ob ich mir das englische Original nicht doch noch mal zu Gemüte führe…

 

Alan Bennett: Ein Kräcker unterm Kanapee
Mein „erster Bennett“ war Die souveräne Leserin und seitdem gehört er zu den Autoren, von denen ich irgendwann mal alles gelesen haben möchte – und bei Bennett kommt noch dazu, dass ich auch sehr gerne ein paar seiner Theaterstücke sehen würde; ja, ich, die sich sonst nach Möglichkeit von Theatern weit, weit entfernt aufhält. ;)
Alan Bennett aber finde ich einfach witzig und zum Teil herzergreifend traurig. Ich kann ihn nur jedem ans Herz legen. :)

 

Henryk M. Broder: Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken
Durch die Empfehlung eines guten Freundes [Hallo Markus! *wink*] bin ich vor kurzem auf die „Polit-Satiresendung“ Entweder Broder – Die Deutschland-Safari gestoßen – und kann sie nur weiterempfehlen (alle Folgen sind bei YouTube zu finden).
Weil ich die Serie großartig fand, landete neben Hamed Abdel-Samads Mein Abschied vom Himmel auch Henryk M. Broders Hurra, wir kapitulieren! auf meiner Wunschliste. Letzteres war sogar in unserer Stadtbücherei vorhanden – und landete dann sogleich bei mir. :)
Manchmal lassen sich Bissigkeit, Humor und Impertinenz nur ganz schlecht in geschriebene Sprache transportieren (ich verweise mal auf Harald Schmidt), aber bei Broder klappt das einwandfrei. Ich habe gelacht, war schockiert, empört und habe wohl mehr nachgedacht als bei den meisten anderen Büchern, die ich lese. Nicht immer bin ich mit dem Autor einer Meinung, aber im Großen und Ganzen kann ich nur den Hut vor ihm ziehen.

 

Natascha Kampusch: 3096 Tage
Ich zitiere mich zu diesem Buch mal selbst: „Naja. Okay, aber mehr auch nicht. Ich hatte etwas anderes erwartet, allerdings könnte ich auch gar nicht in Worte fassen was genau.“ und „dieses permanente ‚einige Jahre später durfte ich dann…‘ hat mich gestört, weil nie darauf zurückgekommen wird. *ärger* Außerdem wird mir zuviel Augenmerk auf ihre Kindheit vor der Entführung gelegt und dafür werden die letzten Jahre in Gefangenschaft in wenige Seiten ‚abgefrühstückt‘. Ich bin unzufrieden – und habe dabei natürlich ein schlechtes Gewissen, denn sie tut mir ja durchaus leid.“ waren meine ersten Eindrücke nach dem Lesen von 3096 Tage und daran hat sich auch bisher nichts geändert.

 

Alina Bronsky: Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche
Insgesamt hat mir diese Familiengeschichte sehr gut gefallen. Bronskys Schreibstil ist wunderbar fließend und sie erzählt sehr amüsant und durchaus spannend. Zum Ende des Buches hin kippt die Stimmung aber ein bisschen zu sehr ins depressive – zumindest habe ich es so empfunden. Mir ist schon klar, dass nicht jeder Roman mit einem Happy End aufhört, aber das war mir dann doch zu traurig und hat mir einen Nachmittag lang tatsächlich schlechte Laune beschert. *hmpf*

 

Truman Capote: Frühstück bei Tiffany
Nachdem ich 2010 Kaltblütig von Capote gelesen hatte, wollte ich unbedingt mehr von ihm lesen. Lange hat’s gedauert, aber dann hat auch Frühstück bei Tiffany den Weg zu mir gefunden. Und ich muss sagen, ich bin begeistert. Es ist zwar ganz anders, als ich es mir bei dem Titel vorgestellt hatte, aber gut. Von Capote werde ich dieses Jahr definitiv noch mehr lesen.
Und an alle Filmfanatiker die Frage: Lohnt sich die Verfilmung? *umguck*

 

Gina French: Aus Notwehr! Ich tötete meinen Mann, um mein Kind zu retten
Ich muss zugeben, dass dieses Buch eher so eine Art Verlegenheitsgriff war. Immer wenn ich in der Bücherei stehe und der Meinung bin noch Platz für ein Buch  zu haben, zieht es mich zum Biographien-Regal und ich greife mehr oder weniger blind hinein. Tja, dann wird es auch schon mal so ein reißerischer Titel. Aber im Endeffekt ist es agr nicht mal schlecht geschrieben. Die Story ist zwar weniger schockierend als ich es erwartet hatte, aber insgesamt völlig okay.

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~ von Sasy - Februar 8, 2011.

3 Antworten to “Gelesen im Januar 2011…”

  1. „fange ich dieses Jahr einfach mal etwas zeitiger an“

    Streber! ;) :)

  2. Ich mag die Verfilmung von Frühstück bei Tiffany und habe sie sogar auf DVD. Audrey Hepburn ist einfach klasse in dieser Rolle und es ist einer der Filme, die ich immer wieder anschauen mag (deshalb besitze ich die DVD)

  3. Das ist ja mal eine interessante Mischung.
    Und eine Menge…alle Achtung!

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