[Challenge] English 2011 – Mark Gatiss: The Vesuvius Club

Gatiss, Mark: The Vesuvius Club
Erscheinungsjahr: 2004
Seiten: 245
Genre: Crime
Leseempfehlung: öhm…

Klappentext:
Lucifer Box is the darling of the Edwardian belle monde: portrait painter, wit, dandy and rake – the guest all hostesses must have. And most do. But few of his connections or conquests know that Lucifer Box is also His Majesty’s most daring secret agent, at home in both London’s Imperial grandeur and the underworld of crazed vice that seethes beneath. And so of course when Britain’s most prominent scientists begin turning up dead, there is only one man his country can turn to…

Meine Meinung:
Auf dem Cover von The Vesuvius Club wird Stephen Fry zitiert:

The most delicious, depraved, inventive, macabre and hilarious literary debut I can think of… More, I want more!

Ganz so begeistert bin ich von Mark Gatiss‘ Debütroman allerdings nicht. Ich hatte einige Schwierigkeiten in die Story reinzukommen, was in erster Linie daran lag, dass Gatiss‘ einen so blumenreichen und extravaganten – dennoch zur Hauptfigur und Edwardian era passenden – Erzählstil gewählt hat, der mich ein bisschen überwältigt hat.

I have always been an appaling judge of character. It is my most beguiling virtue. What, then, did I make of the Honourable Everard Supple whose likeness I was conjuring on to canvas in my studio that sultry evening? He was and imposing cove of sixty-odd, built like a pugilist, who had made a fortune in the diamond mines of the Cape.

Vier Worte, die ich bisher gar nicht kannte und noch dazu zwei, die ich zumindest in dem Zusammenhang noch nie gehört habe… und das waren nur die ersten vier Sätze des Romans. Huch. Sowas passiert mir sonst eigentlich nur bei Texten von Stephen Fry – und da verstehe ich zumindest den Kontext. Bei The Vesuvius Club ist mir selbst das zwischendurch schwergefallen. Einige Szenen musste ich mehrfach lesen um sie zumindest ansatzweise zu verstehen, denn einerseits war ich von der Wortwahl abgelenkt und zum anderen von der jeeves-artigen Verschachtelung und Aneinanderreihung der Sätze.

Die Geschichte an sich ist durchaus spannend, kommt aber nur langsam in Fahrt und hat besonders in der ersten Hälfte des Buches durchaus seine Längen. Allerdings vergisst man diese ganz schnell, denn die Hauptfigur, Lucifer Box, ist so schillernd und funkelnd, dass sie über inhaltliche Schwächen hinwegtäuscht.

Lighting a cigarette, I re-pocketed my watch and, rising, dabbed a napkin at the corners of my full-lipped mouth (it’s a very pretty mouth – more of it later). Taking up a dessert spoon, I dug into Supple’s left socket and carefully removed the old fellow’s glass eye. […] I looked at the iris and smiled. It was just the shade of green I had in mind for a new tie and now I had a match for my tailor.

Während des Lesens fühlt ich mich immer wieder ein wenig an Fry erinnert, aber leider fehlt Gatiss‘ Schreibstil dessen Leichtigkeit und der Humor. Es gibt zwar die eine oder andere Stelle an der ich mich vor Lachen an meinem Tee verschluckt habe, aber insgesamt wirkt das Buch extrem dicht und schwer. Während sich Frys Romane und Kurzgeschichten (und eigentlich alles, was der Mann von sich gibt, sei es schriftlich oder mündlich) auf mich immer wirken wie übergroße weiche Kissen in die man sich beim Lesen fallen lassen kann, wirkt The Vesuvius Club wie ein kleiner, klumpiger, mit Steinen und Sand gefüllter Totschläger, der einem übergebraten wird. Beide laden zum Augenzumachen ein, aber von einem bleiben schmerzhafte Beulen zurück.

Aber wie gesagt, alles wird gerettet durch die wunderbare Figur des Lucifer Box, die Mark Gatiss mit diesem Roman geschaffen hat – ohne Mr. Box hätte ich wohl nach hundert Seiten aufgegeben. Ich freunde mich nicht oft mit den Hauptfiguren in Kriminalromanen an, aber Lucifer würde ich ohne jeden Zweifel gerne zu meinen engsten Freunden zählen.

‚The fêted artist, the dashing dandy. But by night – philander, sodomite and assassin!‘
As a thumbnail sketch of me that wasn’t half bad.

Fazit:
Auch hier bin ich mal wieder vollkommen unentschlossen. Alle, die Mark Gatiss mögen (und mal ehrlich: Wer kann sich ihm als Mycroft Holmes schon entziehen?), werden sicherlich auch ihre Freude an The Vesuvius Club haben, auch wenn man sich ein bisschen „durchwühlen“ muss. Alle anderen… tja… ich glaube, eher nicht. ;)

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~ von Sasy - Februar 25, 2011.

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