Gelesen im Februar 2011…

Ich bin schon fast wieder im Verzug mit meinem Vorsatz monatlich meine gelesenen Bücher zu verbloggen, aber auch nur fast. Noch ist der März nicht vorbei und ich habe noch Zeit die Februar-Liste abzuarbeiten. ;)

Januar kann bei Interesse natürlich nachgelesen werden.

Dieter Nuhr: Nur auf Sendung. Ein Radiotagebuch
Ich mag Dieter Nuhr. Wirklich. Wirklich wirklich. Aber die Grenze zwischen Ironie und Bitterkeit ist schmal und er hüpft mir zu sehr hin und her. Seine frühe(re)n Programme habe ich gerne gesehen und gehört, aber mittlerweile reagiere ich bei manchen Sachen, die er so bringt, mit intensivem Fremdschämen. Aber gut, das nur so allgemein zu uns‘ Dieter. Bücher hatte ich nämlich von ihm noch nicht gelesen – und ich bin mir nicht sicher, ob Nuhr auf Sendung ein so guter Einstieg war. Viele der Kurzgeschichten sind mir aus seinen Bühnenprogrammen bekannt (manche wiederholt er sogar wortwörtlich – eine weitere Sache, die mich an ihm stört…) und andere wiederum sind mir zu trocken/bissig. Aber weil ich ihn mag und er auch nach 2 Stunden Show noch gut riecht, will ich mal nix schlimmeres zu dem Buch sagen. ;)

Nathaniel Hawthorne: Der scharlachrote Buchstabe
Mir ist nicht ganz klar, wieso ich mit einem Roman über die Hexenverfolgung gerechnet habe, denn das Buch hat wenn überhaupt nur ganz am Rande etwas damit zu tun. Es geht nämlich um Ehebruch, Ächtung und ein uneheliches Kind. Klingt spannend, ist es aber leider nicht. Ich zumindest habe ich beinahe zu Tode gelangweilt und habe fast den gesamten Februar für dieses Buch gebraucht, weil ich immer nach wenigen Seiten eingeschlafen bin.

 

 

 

Frank McCourt: Die Asche meiner Mutter. Irische Erinnerungen
Ähm, ja. Ich erinnere mich nicht mehr so richtig an dieses Buch, aber ich weiß, dass ich es ganz nett fand. Stellenweise ist es sehr tragisch und ich hatte Mitleid mit Francis und seine Geschwistern, die sich um die kranke Mutter kümmern, während der Vater in England ist und seinen Lohn versäuft.

 

 

 

 

Michael Mittermeier: Achtung Baby!
Noch ein Comedian. (Das fällt mir jetzt im Nachhinein erst auf.) Michael Mittermeier berichtet sehr amüsant und offen über die Schwangerschaft seiner Frau und die erste Zeit mit dem schreienden und pupsenden Nachwuchs. Ich hab gelacht, mit den beiden (bzw. den dreien) gelitten und viel herumgequietscht vor lauter Zucker, der zum Teil aus dem Buch zu tropfen scheint. Hach, ich mag Michis Schreibstil und freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.

 

 

 

Arthur Conan Doyle: Eine Studie in Scharlachrot
Meine Sherlock-Holmes-Obsession ist noch immer nicht vorbei, wie man unschwer erkennen kann. ;) Auch Eine Studie in Scharlachrot hat mich nicht enttäuscht, auch wenn ich zwischendurch immer wieder kurz aufhören musste um ein paar Dinge in meinem Kopf gerade zu rücken. Ich hatte nämlich immer die Pilotfolge von Sherlock im Kopf (A Study in Pink) in der viele Sachen komplett andersrum sind. (Mein Respekt vor/für Steven Moffats Talent ist noch größer geworden, als ich es je für möglich gehalten hätte.) Generell ist die Story spannend und durch die zwei Erzählweisen – Watsons Erinnerungen und ein auktorialer Teil – durchgängig interessant.

 

David Foster Wallace: Unendlicher Spaß
Ich wollte dieses Buch ja wirklich mögen, aber nach 60 Seiten war mir klar, dass es nix wird mit uns beiden. Schade, denn einen solchen Wälzer (gut 1500 Seiten) hatte ich schon lange nicht mehr in der Hand.

 

 

 

 

Arthur Conan Doyle: Das Zeichen der Vier
Das ist die erste Sherlock-Holmes-Story, der ich keine volle Punktzahl geben kann. Ich fand sie ein bisschen sehr durcheinander und nicht wirklich spannend. Mehrmals hab ich zurückgeblättert, weil ich mit den Personen durcheinander gekommen bin. Und die holmes-typische Finesse und das Umdenken in speziellen Fällen, hat mir hier etwas gefehlt.

 

 

 

Mark Gatiss: The Vesuvius Club
Dieses Buch habe ich im Rahmen der English-Challenge verbloggt.

 

 

 

 

Bernhard Schlink: Sommerlügen
Von dieser Kurzgeschichtensammlung ist eigentlich nur ein dumpfes Gefühl zurückgeblieben. Ein bisschen Depressivität gemischt mit Schuld. Inhaltlich habe ich so gut wie nichts behalten, aber ich bin dennoch irgendwie beeindruckt. Bernhard Schlink ist es gelungen ein Gefühl mit Worten zu transportieren – und das können nicht viele.
(Mit Der Vorleser ging es mir übrigens ähnlich: was in dem Buch passiert, kriege ich nur noch bruchstückhaft zusammen, aber in die verzweifelte Stimmung des Romans kann ich mich auch heute noch hineinversetzen.)

 

 

Jonathan Safran Foer: Tiere essen
Ich hatte im Vorfeld viel über dieses Buch gehört: danach könne man nicht mehr mit gutem Gewissen Fleisch essen, Geflügel könnte man sowieso nicht mehr essen und würde sich vor allem ekeln. Joa, mir ging es jetzt ehrlich gesagt nicht so. Sicherlich haben mich ein paar Dinge, die der Autor beschreibt, schockiert, aber tatsächlich steht in dem Buch kaum etwas, was man als Fleischesser nicht sowieso weiß/wissen sollte. Die Haltungs- und Schlachtbedingungen für Nutztiere sind weltweit unterirdisch schlecht und wer jetzt sagt, dass er ein Buch braucht um das zu glauben, der lügt. Ich habe nach dem Lesen mal die Probe aufs Exempel gemacht und mich vor die Fleischtheke im Supermarkt gestellt. Mein Gedanke dabei: „Wenn ich da jetzt statt Schnitzel und Filet abgehackte Kuhköpfe und blutende Hühner sehe, dann esse ich kein Fleisch mehr.“ Hat nicht geklappt – die Schnitzel sahen genau so aus wie vorher auch schon. Sorry.

 

Anna Gavalda: Zusammen ist man weniger allein
Liebe, Leiden und eine gute Portion Familientragik/-sinn, aber für mich insgesamt zu „französisch“. Gilt das schon als rassistisch, wenn ich das so sage? Ich mag halt auch keine französischen Filme, weil sie mir meistens zu langatmig und inhaltsarm sind. *schäm*

 

 

 

 

Lucy & Stephen Hawking: Der geheime Schlüssel zum Universum
Am Anfang fand ich es für ein Kinderbuch ein bisschen sehr wissenschaftlich und manche Dinge (über Neutronen, etc.) wirken auch ein wenig deplatziert, aber insgesamt ist das Buch ganz spannend und nett geschrieben. Die Idee ein Kindersachbuch über das Universum mit einem Krimi zu verbinden, ist großartig und die Bilder und Illustrationen im Buch sind auch für Erwachsene sehr interessant.

 

 

 

Martha Grimes: Karneval der Toten
Der 19. Inspektor-Jury-Roman – was mir natürlich mal wieder nicht bewusst war. Ich hab das Buch im Second-Hand-Laden gefunden und ohne groß reinzugucken mitgenommen. Die Personen werden leider als bekannt vorausgesetzt und die ganzen Nebenhandlungen, die sicherlich witzig und sinnvoll sind, wenn man alle anderen Jury-Romane kennt, haben mich nur verwirrt. Der „Fall“ an sich ist mir auch zu verknotet und die meiste Zeit über eher unspannend. Ich weiß nicht so recht, ob ich noch ein weiteres Jury-Buch lesen werde.

 

 

Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind
Manchmal gibt es Bücher, die nimmt man abends mit ins Bett, weil man noch ein paar Seiten lesen will – und einige Stunden später schließt man das Buch und wundert sich, dass die Sonne schon wieder aufgeht. So ging es mit mit Gut gegen Nordwind. Gott sei Dank hat das Buch nur etwas über 200 Seiten, so dass ich es nach 2 Stunden durch hatte, aber ich hätte wohl auch tatsächlich bis zum nächsten Morgen gelesen. Früher nannte man solche Bücher Briefromane, heute sind es Emails, die sich die Hauptfiguren schreiben, aber das tut der Faszination keinen Abbruch. Obwohl ich beide Mailschreiber eher unsympathisch fand, habe ich doch Seite für Seite quasi verschlungen.

 

 

Alan Davies: My Favourite People and Me. 1978-1988
Auch über dieses Buch habe ich einen Blogeintrag verfasst.

 

 

 

 

Truman Capote: Sommerdiebe
Bereits im Januar habe ich mir hoch und heilig geschworen, dass ich dieses Jahr noch mehr von Capote lesen werde und da unsere Stadtbücherei einiges von ihm hat, wird diesem Vorsatz wohl nichts im Wege stehen. :)
Sommerdiebe hat mir ebenso gut gefallen wie Frühstück bei Tiffany. Die Figuren sind angenehm starrköpfig und obwohl sie vom Autor eigentlich nur hauchzart gezeichnet werden, hatte ich sie beim Lesen genau vor Augen. Sehr gelungen.

 

 

~ von Sasy - März 21, 2011.

4 Antworten to “Gelesen im Februar 2011…”

  1. Hey, das war ja eine bunte Mischung in Deiner Februarlektüre. Ein paar der Bücher habe ich auch gelesen. Manches, wie „Die Zeichen der Vier“ und „Die Asche meiner Mutter“, ist schon ewig her.

    Gut gefallen hat mir Dein Selbstversuch nach „Tiere essen“. Du hast völlig recht, wer behauptet, nicht zu wissen, wie unser Schlachtvieh konventionell gehalten wird, lügt sich selbst in die Tasche. Am schlimmsten finde ich aber diejenigen, die die Haltungsmethoden anprangern, aber immer das Fleisch aus dem Sonderangebot kaufen. Häh?

    • Ich bin da mal ganz ehrlich: Der Sprung von dem Fleisch auf meinem Teller zu einem atmenden Tier ist für mich zu weit. Würde jedes Mal, wenn ich Fleisch esse eine halbtote Kuh neben mir auftauchen, wäre ich auch schnell Vegetarier, aber das passiert nun mal nicht. Wenn vor mir ein Teller mit Frikadellen steht, dann denke ich „Oh, lecker!“ und nicht „Oh, armes Rind/Schwein!“
      Ich würde durchaus Bio-Fleisch kaufen, wenn ich es mir leisten könnte und ich dem/den Bio-Siegel(n) trauen könnte, aber zur Zeit ist das einfach nicht drin. Und ich gebe zu, dass ich mir dann sogar noch eher wie ein Opportunist vorkommen würde, denn ich könnte mir einreden, dass für mein Bio-Fleisch ja kein Tier leiden musste (<- wie viele Bio-Käufer es immer so schön formulieren). Getötet wurde aber trotzdem eins.
      Ich bin da aber wohl auch eher nicht der richtige "Ansprechpartner", denn ich ess ja auch Thunfisch… die armen Delphine…

      • Klar, ich esse auch immer noch Thunfisch. Ziemlich selten zwar, aber ich tue es. Ich kaufe Fleisch, denke auch an die Tiere, esse sie aber trotzdem in Maßen. Glücklicherweise war ich nie der große Fleischesser, das könnte ich mir nämlich auch gar nicht leisten.
        Unser Gebiss zeigt ganz deutlich, dass wir uns als Allesfresser in der Evolution durchgesetzt haben. Ich finde, das ist okay. Wir würden ja auch nicht anfangen, unsere Hunde, Katzen, die Löwen im Zoo und alle anderen Fleischfresser mit Gemüse zu ernähren. Wie gesagt: in Maßen finde ich es nach wie vor richtig, Fleisch zu essen. Viel unangenehmer finde ich die Gedanken daran, wie die Tiere mit Medikamenten usw. vollgepumpt werden, damit sie die Haltung überhaupt überstehen…

        Naja, vielleicht ändere ich irgendwann noch meine Meinung.

        • Das kann ich voll und ganz unterschreiben.
          Bei dem Buch hat mich eben auch gestört, dass der Autor die Meinung, dass alle Menschen eigentlich Vegetarier (oder besser noch: Veganer) sein sollten. Das kann ich so nicht hinnehmen. Und das Totschlagargument „Wir essen ja auch nicht unsere Hunde und Katzen“, was er mehrfach in dem Buch bringt, zieht bei mir auch nicht. Wenn ich in einer Kultur aufwachse, in der Hunde und Katzen gegessen werden, dann würde ich heute auch Hunde und Katzen essen. Schweine und Kühe sind für mich in dem Sinne nicht wirklich anders als die hier beliebten Haustiere. Diese Unterscheidung, bzw. diese Argumentation des Autors fand ich daneben.

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