Das Leben ist kein Ponyhof.

Vor ein paar Tagen hat mich in der Bücherei Das Leben ist kein Ponyhof. Die unbekannte Welt der Abiturienten von Lara Fritzsche angesprungen, denn immerhin hab ich ja vor ein paar Jahren damals vor vielen Monden irgendwann auch mal mein Abitur hinter mich gebracht. Insgesamt fand ich das Buch nicht wirklich überragend, aber ein paar Stellen hab ich mir rausgeschrieben und würde sie gerne verbloggen.

Die Parallelwelt für die Gymnasiasten beginnt schon ganz woanders. Für sie leben darin alle Schüler, die nicht mindestens bis zur zwölften Klasse die Schule besucht haben. Kontakt haben sie zu solchen Leuten nicht. ‚Kann ja sein, dass manche ganz nett sind, aber man hat kaum Berührungspunkte mit denen‘, bemüht sich Alexa zu erklären. […] Nichtgymnasiasten sind nicht auf ihrem Niveau.

Das entspricht tatsächlich der Vorstellung, die ich (und mit mir meine Klassenkameraden) immer von Gymnasiasten hatte. Ich selber bin direkt nach der Grundschule auf eine Gesamtschule gewechselt, weil meine Mutter von der Schulform begeistert war – und das Gymnasium wohl auch zu elitär fand. Für letzteres kann ich allerdings nicht garantieren, denn so genau haben wir nie darüber gesprochen. Und fragen kann ich sie leider nicht mehr.
Jedenfalls war ich dadurch nie in der Situation, auf Schüler von anderen Schulen hinterschauen zu können. Bei uns (= an allen 3 Gesamtschulen, an denen ich war) gab es gute und weniger gute Schüler, Klassenclowns und Streber, Deutsche und Ausländer, aggressive und in sich zurückgezogene Schüler. Und „draußen“ gab es dann noch die anderen Schulen… und erstaunlicherweise waren es lediglich die Gymnasiasten, die wir nicht mochten. Arrogante, pullunder- und ledertaschentragende Muttersöhnchen und -töchterchen, die morgens im Benz zur Schule gebracht wurden. Die Jurastudenten unter den Schülern sozusagen. So etwas ging gar nicht und wurde von uns mit Hohn und Spott belegt.
Die Antipathie war gegenseitig. Für die Gymnasiasten waren wir Idioten. Gesamtschule kam für sie einer Sonderschule für Geistigbehinderte gleich. Das kann ich ihnen im Nachhinein nicht mal vorwerfen, denn selbst heute wissen viele Leute immer noch nicht, was sich hinter dem Begriff „Gesamtschule“ verbirgt. Diese Schulform ist immer noch in vielen Gegenden so gut wie unbekannt – leider.
Seit dem Studium weiß ich, dass Gymnasiasten auch normale Menschen sind sein können, aber auch dort habe ich gemerkt, dass viele buchstäblich von mir abgerückt sind, sobald ich ihnen erzählt habe, dass ich mein Abitur auf der Gesamtschule gemacht habe. Nach dem ersten Semester habe ich dann Abstand davon genommen, von mir aus über dieses Thema zu sprechen. Dass sowohl ich, als auch mein Gesprächspartner Abitur gemacht haben, liegt relativ nahe, wenn man zusammen studiert, so dass die Frage nach der ehemaligen Schule eigentlich nicht häufig aufgekommen ist.

Meine beiden Cousinen sind nun mittlerweile beide auf einem Gymnasium und zumindest die Große hat schon ein paar Kommentare gemacht, die mich haben aufhorchen lassen. Obwohl sie ein wirklich cleveres Mädchen ist, bewegt sie sich jetzt in einer Gruppe, die alleine durch die besuchte Schule eine kleine Elite ist – oder sich zumindest dafür hält. Ist ja auch klar. Die Gymnasialempfehlung bekommt nicht jeder – und selbst wenn man sie hat, ist es nicht gesagt, dass am gewünschten Gymnasium auch Platz ist. Wenn man dann doch dort ankommt, stellt sich offenbar schnell ein Überlegenheitsgefühl ein.
So ein Gefühl kenne ich aus der Gesamtschule nicht. Ganz im Gegenteil. Wir waren uns bewusst, dass wir (noch) eine Minderheit sind – und waren stolz darauf. Wir haben Schüler anderer Schulformen in unsere Gruppe aufgenommen und ihnen beim Einstieg in „unsere“ Schule geholfen. Realschüler haben sich beim Wechsel zu uns immer schnell eingelebt. Die wenigen Gymnasiasten, die aus verschiedenen Gründen (Umzug der Eltern, ungenügende Noten, Probleme im Klassenverband, etc.) zu uns gekommen sind, haben es alle nicht lange ausgehalten und sind an ein anderes Gymnasium oder auf eine Realschule gewechselt.

Was will ich nun eigentlich damit sagen?

Ich lehne das hier in Deutschland leider immer noch vorherrschende „3-Klassen-Schulsystem“ kategorisch ab. Meiner Meinung nach schürt es die soziale „Verschichtung“ dadurch, dass oftmals jeder Schüler und jede Schülerin mit einem Etikett versehen wird – und sich, was fast noch schlimmer ist, recht schnell auch mit diesem Etikett abfindet. Hauptschüler = Unterschicht. Gymnasiasten = Oberschicht. Realschüler = alles andere. Dass sich die Jugendlichen mit der Gruppe, in der sie sich bewegen, identifizieren, ist normal, aber sollte man ihnen dann nicht zumindest gleiche Chancen einräumen?

Gesamtschulen haben in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass man Schüler unterschiedlicher „Begabung“ (ich benutze dieses Wort nur sehr ungern, aber mir fällt gerade kein besseres ein) und sozialer Herkunft zusammen unterrichten kann. Und ich kann es aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Deshalb plädiere ich so oft es geht für mehr Gesamtschulen und freue mich, dass außer mir auch noch viele andere ähnliche Meinungen vertreten. Ganz besonders freut es mich übrigens, dass zur Zeit auch in meiner alten Heimatstadt Espelkamp darüber diskutiert wird, ob nicht eine Gesamtschule sinnvoll wäre. Ich bin dafür.

~ von Sasy - April 1, 2011.

15 Antworten to “Das Leben ist kein Ponyhof.”

  1. Als ehemalige Gymnasiastin kann ich das, was du schreibst, nur unterschreiben.
    Es ist wirklich ein ganz komisches Weltbild, das da oft herrscht und das leider auch von einigen LEHRERN gefördert wird. Ich erinnere mich noch an einen Habvergessenwas-Lehrer (Politik, Geschichte?), der uns tatsächlich erzählen wollte, wir wären was besseres als die „anderen Schüler“ (und das hat er nicht nur durchscheinen lassen, das hat er so GESAGT!).
    Das fand ich damals schon unter aller Sau und heute richtig problematisch, zumal es zumindest zu „meiner“ Zeit auch kein Problem war, OHNE Gymnasialempfehlung auf meine Schule zu kommen. Da war sogar mal einer mit einer Haupt-/Sonderempfehlung. Gut, der hat es nur ein Jahr ausgehalten, aber er WAR auf der Schule.

    Übrigens:
    „Dass sowohl ich, als auch mein Gesprächspartner Abitur gemacht haben, liegt relativ nahe, wenn man zusammen studiert, so dass die Frage nach der ehemaligen Schule eigentlich nicht häufig aufgekommen ist.“

    Liegt relativ nahe, ist aber keine Garantie. ;) Wobei… bei „jungen Leuten“ vermutlich schon. ;)

    • Na wenn dieses Weltbild auch noch von den Lehrer weitertransportiert wird, dann kann ich den Schülern ja eigentlich keine Vorwürfe machen. Sowas ist wirklich ärgerlich.
      Wir hatten in der Oberstufe auch einen Lehrer, der uns immer wieder erzählt hat, wie ungerne er an einer Gesamtschule ist und dass er nur darauf wartet, dass ein Platz am Gymnasium frei wird. Heute ist er Studienrat am Gymnasium und fühlt sich wie Krösus ( – ist aber, wie ich auch zuverlässiger Quelle weiß, aufgrund seines arroganten Auftretens im Kollegium sehr unbeliebt).

      Ich hab im Studium relativ wenige Leute kennengelernt, die nicht über das „normale“ Abitur an die Uni gekommen sind, deshalb habe ich das meistens vorausgesetzt, aber du hast natürlich Recht, eine Garantie ist es nicht.

  2. Ich kenne auch viele Seiten dieser Problematik.Meine Schwester war auf einem Gymnasium und ich war auf einer Gesamtschule, zeitweise zumindestens. Wobei ich nicht von der Seite meiner Schwester negatives kam sondern von meinen ehmaligen Mitschülern da habe ich dann auch schon mal gelogen und behauptet auf dem Gymnasium zu sein. Als ich dann in Wirklichkeit schon auf der so unpopulären Hauptschule war. Da aber eine meiner besten Zeiten hatte mit den tollsten Freunden und den liebsten Lehrer. Upps jetzt habe ich mich geoutet ;)

    • Es ist schon sehr traurig, dass sich Schüler dafür schämen, dass sie nicht auf dem Gymnasium sind und dann deswegen behaupten, sie wären es – und ich bin mir sicher, dass du nicht die einzige bist. Es findet halt eine Stigmatisierung statt, die ich absolut ätzend finde.
      Nur weil du dich jetzt „geoutet“ hast, finde ich dich nicht weniger sympathisch. Aber leider kommt es immer wieder vor, dass vielen Leuten so ein Vorurteilshammer erst mal kräftig ins Hirn haut, sobald sie das böse Wort „Hauptschule“ hören. *kopfschüttel* Ich kann das nicht nachvollziehen.
      Aber vielleicht kannst du aus der anderen Sichtweise berichten: Wie hast du in deiner Zeit auf der HS die Realer und Gymnasiasten gesehen?

      • Ich hatte das Gefühl das es mehr Konkurenz zwischen den Realschülern und den Hauptschülern gab als zwischen den Hauptschülern und den Gymnasiasten. Aber ich hatte Glück das ein Lehrer meiner Schwester mich mochte und er wusste das ich nicht doof bin. Und die meisten aus meiner Hauptschulklasse hatten das Talent für einen Realschulabschluss. Wir habens dann halt nur auf der Hauptschule gemacht. Aber wirklich 98 % meiner Leute waren genauso gut wie die anderen. Bei mir lag es ja auch nur an meiner Lese Rechtschreibschwäche und dadurch fehlende Fremdsprachenkenntnisse die ich aber mitlerweile wieder aufgeholt habe ;).

        • Siehst du, das ist genau das Stigma, was mich ärgert. Du verteidigst deinen Hauptschulbesuch, weil offensichtlich im Allgemeinen die HS als eine schlechte Schule angesehen wird. Dieser Gedanke macht es Hauptschülern im späteren (Berufs-) Leben schwer. Und da es so gut wie unmöglich sein wird, dieses Vorurteil auszumerzen, bin ich für Gesamtschulen. *malt sich eine schild und macht eine sitzdemo* ;)

  3. Ich hatte während meiner Schulzeit keine Begegnung mit Schulformvorurteilen in diesem Sinne. Ich war auf einem Gymnasium und Schüler anderer Schulformen wurden bei und von uns weder abfällig behandelt, noch in Schubladen gesteckt oder im Unterricht diskutiert.
    Allerdings hatten wir als Gymnasialschülergemeinschaft auch nie direkten Kontakt zu einer Real- oder Hauptschülergemeinschaft, nicht mal zu Schülern anderer Gymnasien. Ich bin nicht in der Stadt zur Schule gegangen, meine Schule lag außerhalb eines kleines Ortes, und nicht einmal in öffentlichen Verkehrsmitteln o.ä. gab es große Gelegenheit für ein Zusammentreffen mit Schülern anderer Schulen. Viele Mitschüler haben auch in dem angeschlossenen Internat gelebt – die Schule war eher eine Art Mikrokosmos, und was draußen war, war halt draußen, und draußen waren eher die Schüler meiner Schule Stigmatisierte.
    Ich war auf einer Privatschule und für viele Leute, bestimmt auch für viele Schüler anderer Schulformen, bestimmt aber für ihre Eltern, war es anscheinend sehr schwer, hinzunehmen, dass jemand für seinen Schulbesuch bezahlt. Ich kam direkt nach der 4. Klasse auf unsere Schule und habe damals mit einem Schlag alle Grundschulfreunde verloren. Das Abitur haben wir uns natürlich auch alle bloß erkauft!
    Eine „bessere“ Schule als irgendeine andere ist meine sicher nicht gewesen, mehr gelernt als andere haben wir nicht und schlauer sind wir auch nicht gewesen ;) ABER ich habe meine Schule wirklich geliebt. Sie war klein, familiär und bemüht, den einzelnen zu fördern. Neben den zu erwartenden von und zu-Schülern, für die wir unseren ganzen Vorurteilvorrat aufbrauchten, hatte ich unheimlich viele interessante, unterschiedliche und teilweise extrem begabte Mitschüler. Klaviergenies mit Musikstipendien, viele mit Migrationshintergrund (und die Bayern, die an unsere Schule kamen, weil in ihrem Bundesland Legasthenie-Fehler voll angerechnet wurden, zähle ich nicht dazu *g*, wohl aber den Südkoreaner, der an unsere Schule kam ohne eine Wort deutsch zu sprechen oder zu verstehen, und der nach 3 Jahren sein Abi mit 1, nochwas gemacht hat. Ich bin froh, dass ich diese Schule gehen durfte und fühle mich ihr auch immer noch verbunden und bekomme immer am Rande mit, was sich dort neues tut. Inzwischen gibt es eine eingegliederte Förderschule und ein Wohnheim für schwer erziehbare Kinder im Ort. Dem Prinzip Gesamtschule folgend…?
    Ich habe wie gesagt nicht viel Ahnung von anderen Schulformen, Schulformempfehlungen (kommen die von den Grundschulen?) und mich nie groß damit beschäftigt.
    Die Idee „Gesamtschule“ kam mir bisher sehr fair und chancengleich vor. Ich habe mir das bisher so vorgestellt, dass jeder Schüler dort von Anfang die gleichen Möglichkeiten hat und sich auf dem Weg herausstellt, ob er, je nach Interessen, Begabung und Zukunfstplänen, bis zum Abitur kommt oder ob er nach dem Haupt- oder Realschulabschluss aufhört. Anscheinend funktioniert das nicht so? (Ich google das morgen mal, es ist ja schon total spät ;) )

    • Eine weitere Sichtweise, an die ich gar nicht gedacht habe. Danke, Ana!
      Ja, ich glaube, Privatschulen/Internate sind noch mal etwas ganz anderes. Der Klassen-, bzw. Schulzusammenhalt in so einer doch eher familiären Runde, scheint ja anders zu sein als an anderen Schulen. Es freut mich sehr, dass du von deinem Mikrokosmos berichtet hast! :)
      Ich bin wirklich ganz fasziniert, dass mein Bild von Gymnasiasten offensichtlich genauso falsch ist, wie das was viele Gymnasiasten von Gesamt- oder anderen Schülern haben.

      Und ja, Empfehlungen kommen von den Grundschulen, pünktlich mit dem Halbjahreszeugnis der 4. Klasse. Meine eigene kenne übrigens gar nicht. *g* Muss ich mal Papa fragen, ob der sich noch dran erinnert.

      Die Gesamtschule ist schon so, wie du es dir vorgestellt hast. Jeder fängt erst mal gleich an und die Möglichkeit für alle 3 Abschlüsse ist gegeben. Das führt zwar dazu, dass die Klassen oft mit den Jahren kleiner werden, aber meist kommen in den höheren Jahrgangsstufen dann Schüler anderer Schulen um ihre Abschlüsse entweder nachzuholen oder einfach zu machen. Wegen dem „Schülerschwund“ (ich nenne das jetzt einfach mal so) hat oft auch nicht jede Gesamtschule eine Oberstufe. Ich musste nach der 10. Klasse beispielsweise an die Gesamtschule im Nachbarort wechseln – was sich als beste Entscheidung meines Lebens herausgestellt hat.

  4. Interessantes Thema! Hier meine Erfahrungen: Ich bin ja in Berlin zur Schule gegangen. Meine Eltern haben mir (irgendwie) vermittelt, dass alle Menschen klug genug sind, um das Gymnasium zu besuchen. Daher gab es für mich keine Unterschiede zu anderen – ehrlich gesagt dachte ich, alle, die ich kenne, gehen da hin. *schäm* Dem war bei weitem nicht so, wie ich später erfahren habe. Da war alles dabei und bunt gemisch.
    Meine Mutter war aber auch ganz begeistert von den neuen Gesamtschulen und zog in Erwägung mich dorthin zu schicken. Ich habe mich gewehrt, weil es für mich doch nur „Gymnasiasten“ gab. Das andere machte mir Angst. Ich wollte auch nicht mit meinen alten Klassenkameraden, die nach sechs Jahren noch immer kein Diktat besser als 5 schreiben konnten, in die selbe Schule gehen. Ich wollte gerne mehr lernen. Dabei war ich keine Streberin, sondern nur vielfältig interessiert.

    Dadurch, dass ich in einem von der Schule unabhängigen Hort war, in dem Schüler der 1. bis 9. Klasse von ganz verschiedenen Schulen war, habe ich nie dieses elitäre Bewusstsein entwickelt. Mein Mann hat die Realschule besucht. Mein bester Freund hat unsere Klasse nach der 10. verlassen und eine Lehre gemacht. Auf dem Arbeitsweg schwatze ich ohne Herablassung mit den Busfahrern.

    Ich glaube, es kommt nicht auf die Schulform an, sondern darauf, dass man verschiedenen Menschen im Alltag wirklich begegnet. Das kann im Verein sein oder im Jugendclub oder sonstwo. Hauptsache, man kapselt sich nicht in einer kleinen, homogenen Gruppe ab.

    Ach, ich denke, das Wort, das Dir besser gefallen könnte als „Begabungen“ könnte „Begabungausprägung“ sein. Es gibt so viele verschiedene Arten von Begabung, dass die Reduktion auf die Anhäufung theoretischen Wissens völlig überholt sein sollte.

    • ‚Ich glaube, es kommt nicht auf die Schulform an, sondern darauf, dass man verschiedenen Menschen im Alltag wirklich begegnet. Das kann im Verein sein oder im Jugendclub oder sonstwo. Hauptsache, man kapselt sich nicht in einer kleinen, homogenen Gruppe ab.‘

      Da stimme ich dir zu, aber ich weiß auch, dass man oft gar nicht so viele Berührungspunkte mit „den anderen“ hat. Gerade wenn man nicht in einer Großstadt zur Schule geht, hat man doch auch in der Freizeit außerhalb der Schule eigentlich wenig schulformübergreifenden Kontakt. So war es zumindest bei mir und ich weiß, dass es auch bei meinen Cousinen so ist. Natürlich ist das sehr schade.

  5. Ich kenne meine Empfehlung auch nicht und hätte nicht gedacht, dass es das zu unserer Zeit überhaupt schon gegeben hat.
    Eine Gesamtschule haben wir hier gar nicht in der Nähe, glaube ich, nur eine 2/3-Version, eine integrierte Haupt-und Realschule in der nächstgrößeren Stadt. Dorf halt. ;)

  6. Ich war auf einem Gymnasium (nach zwei Jahren Realschule – irgendwie wollte ich das als Kind so) und wenn ich ehrlich bin, hängen die alten Vorurteile Gesamtschülern gegenüber immer noch in einer dunklen Ecke in meinem Kopf rum, weil ich mich nie damit beschäftigt habe. Für uns waren damals Gesamtschüler immer die, die das „leichtere Abi“ gemacht haben und „nicht clever genug“ für das Gymnasium waren. Auf die Idee, dass das Prinzip der Schulform auch Vorteile hat, sind wir nicht wirklich gekommen. Und obwohl du das wirklich gut und sehr positiv beschreibst, weiß ich nicht, ob ich mein Kind auf eine Gesamtschule schicken würde, wenn es auch aufs Gymnasium gehen könnte, weil die Vorbehalte einfach weit verbreitet sind und ich dann doch den Stempel „Gymnasiast“ vorziehen würde. Aber wer weiß, solche Entscheidungen liegen ja noch in weiter Zukunft ;-)

    • Ich möchte hier noch mal betonen – und hätte es auch im Eingangsbeitrag machen sollen -, dass das Abitur an Gesamtschulen sich auch vor Einführung des Zentralabis nicht von dem an Gymnasien unterschieden hat. Leider wissen viele das nicht und halten das „Gesamtschulabi“ deswegen für minderwertig. Ich weiß, dass ein paar meiner alten Mitschüler, die nach dem Abi eine Lehrstelle gesucht haben, richtig Probleme hatten, weil die Arbeitgeber sie von vornherein als „zu doof für’s normale Abi“ abgestempelt haben.

      Dass du den Stempel „Gymansiast“ vorziehen würdest, kann ich durchaus verstehen. Ich behaupte auch einfach mal, dass die Mehrheit es leider immer noch so sieht. Das liegt vor allem daran, dass Gesamtschulen immer noch so unbekannt sind – und für sich auch nicht wirklich gut Werbung machen, soweit ich das nachvollziehen kann. Das zwar attraktive, aber zurückhaltende Stiefkind des Schulsystems eben.

  7. Vorurteile sind schon eine doofe Sache aber leider gibt es sie noch zu hauft. Ähnliche Geschichte wie bei Ana in meiner Zeit in der Gesamtschule hatten wir eine Vietnamesin die auch ganz neu in Deutschland war und auch gemobbt wurde wegen ihrer Herkunft. Am Anfang viel ihr Deutsch auch nicht so leicht und zum Schluss war sie in ihrer Klasse die einzige die Abitur gemacht hat und in Deutsch eine Eins hatte. Die sie gemobbt hatten, haben in Deutsch allesamt Vieren und Fünfen.

    • Mobbing kenne ich persönlich aus der Schule eigentlich kaum… was aber größtenteils daran liegen mag, dass ich immer in Kleinstädten zur Schule gegangen bin, die keine „sozialen Brennpunkte“ oder ähnliches hatten.

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