True Blood – Serie vs. Buch

Sarah hat nun doch zögerlich Zugang zu True Blood gefunden und das freut mich natürlich. Ich versuche mich immer zurückzuhalten, aber diese Serie ist so toll, dass ich am liebsten die Leute von der Straße weg vor meinen Fernseher nötigen möchte. Im ersten Moment schrecken viele erst mal zurück, wenn man sagt: „Okay, das ist eine Serie über Vampire. Du wirst sie trotzdem lieben.“ Aber sie hat so gar nichts Twilight-mäßiges an sich. Die Vampire in True Blood sind tatsächlich Vampire und keine weichgespülten Milchschnittenfuzzis, die außer ihren fabelhaften Frisuren nichts nachweisen können. Nein, in TB haben die Vampire Fangzähne, sie besudeln sich ständig mit Blut und sie haben Sex. Und es gibt neben Werwölfen auch noch ganz andere Wergeschöpfe… und Elfen… und Hexen… und Dämone, Kobolde, Feen… aber das nur am Rande.

Aber Sarah wollte nun wissen, wie die Bücher sind und ob sie sich stimmungstechnisch von der Serie unterscheiden. Dazu muss ich zuallererst sagen, dass ich mich sehr unwürdig verhalten habe, denn ich hab die (ersten 10) Bücher bisher nur in der deutschen Übersetzung gelesen. Das liegt daran, dass ich mir die ersten Bände bei Tauschticket zusammengesammelt habe und dort wurden sie zu dem Zeitpunkt fast ausschließlich auf deutsch angeboten. Und weil ich mich nicht gerne umstelle, bin ich dabei geblieben. Aber sobald alle 13 Bände erschienen sind (der aktuellste ist der 11., Dead Reckoning), werde ich mir alle 13 im englischen Original zulegen – nach Möglichkeit natürlich in einer schicken zusamengehörenden Box. :) Die deutschen Übersetzungen sind manchmal ein bisschen holprig, aber im Großen und Ganzen annehmbar.
Die Serie kenne ich hingegen nur auf englisch. Ich hab zwar mal in eine Folge bei RTL2 reingeguckt, aber die deutschen Synchronstimmen wirken so deplatziert, dass ich mir das nicht auf Dauer antun möchte.

Um aber zum Thema Buch vs. Serie zu kommen: Die Grundstimmung ist eigentlich so ziemlich dieselbe. Sookie nimmt in den Büchern zwar einen noch größeren Teil ein als in der Serie, aber das liegt auch einfach daran, dass die Serie viele kleinere und kleinste Plots transportieren muss um interessant zu bleiben. So einem Buch von 250 Seiten reicht ja nun mal eine große Story und ein oder zwei Hintergrundscharmützel, große Überschrift plus kleine Werbeanzeigen sozusagen. Nicht umsonst laufen die Bände von Charlaine Harris hier in Deutschland auch unter der Bezeichnung „Sookie-Stackhouse-Reihe„. Das hat schon so seine Richtigkeit, denn in den Büchern ist Sookie die Hauptperson. Aus diesem Grund ist sie mir in schriftlicher Form auch wesentlich sympathischer als in True Blood. Ich konnte sie mir in meinem Kopfkino anders aufbauen als sie auf dem Bildschirm zu sehen ist – und vor allem ohne diesen unsäglich breiten Südstaatenakzent.
Auch ein paar andere Figuren sehen in meinem Kopf beim Lesen anders aus als in der Serie: Bill ist weniger ernst (und nimmt insgesamt eine viel weniger große Rolle ein), Jason ist dafür nicht ganz so sorglos und sprunghaft und Tara ist so gut wie nicht vorhanden. Eric und Sam wurden jedoch meiner Meinung nach fast 1:1 in die Serie transportiert.

Die Plots der Serie decken sich zum Teil mit denen der Bücher, aber wie schon erwähnt, passiert in der Serie einfach viel mehr. Grundsätzlich gilt aber für „das große Ganze“ 1 Staffel = 1 Buch. Das gefällt mir nun ausgesprochen gut, denn so weiß ich zwar weitgehend, wie alles am Ende ausgeht, aber es spielen so viele serieneigene Storybogen und Figurenhintergründe mit hinein, dass mir nie langweilig wird.
Ein paar Figuren wurden zusammengelegt, bzw. wurde ihnen eine größere oder kleinere rolle zugeschrieben, aber insgesamt erkennt man die meisten Charaktere aus den Büchern wieder.
Einzig und allein zum Ende der 3. Staffel hin hat sich die Serie im Bezug auf die „neuentdeckten“ Elfen ein wenig vom zugrundeliegenden Buch, bzw. den zugrundeliegenden Büchern entfernt, aber ich glaube, dass sich das in der 4. Staffel relativieren wird. Die ganze Elfengeschichte hab ich auch tatsächlich nicht genau im Kopf, da ich sie eher langweilig (und unnötig) finde, aber wenn ich mich recht erinnere wurden einige dinge aus späteren Büchern einfach ein wenig vorgezogen.

Die Buchreihe an sich hat ihre starken und schwachen Bände (was mich immer ein bisschen an die Harry-Potter-Reihe erinnert), aber insgesamt macht sie ebensoviel Spaß wie die Serie. Wenn man weder an Vampir- noch an Liebesromane gewöhnt ist, muss man sich bei den ersten Bänden ein wenig umgewöhnen – so ging es mir jedenfalls-, aber wenn man in der „Materie“ mal drin ist, dann hat man eine gute Zeit. :)

Nicht vergessen: Die neue Staffel True Blood startet in vier Tagen, am 26. Juni 2011 auf HBO.

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~ von Sasy - Juni 22, 2011.

2 Antworten to “True Blood – Serie vs. Buch”

  1. Oh, das ist toll!
    Danke, liebe Sasy! Genau sowas wollte ich wissen. :D
    Ich hatte nämlich irgendwie, als ich damals, lange vor der Serie, das erste Mal bei Amazon über die Bücher gestolpert bin, durch die Inhaltsangaben irgendwie die Vorstellung gewonnen, das wären *hüstelt* romantische Komödien *hüstelt*. Also so richtig. Frag mich nicht warum. *gg*
    Kann auch sein, wenn ich so gerade darüber nachdenke, dass ich deshalb mit der Serie am Anfang Schwierigkeiten hatte…

    Dass 1 Buch = 1 Staffel ist, hab ich mir auch schon irgendwo angelesen und das Konzept find ich auch irgendwie sehr passig und ganz cool.

    Aber Tara ist in den Büchern fast nicht existent? DAS find ich traurig, Tara find ich nämlich sehr cool. :D

    BTW: TB hat es sogar in Sanctuary geschafft (2×10 – „Sleepers“). Zwar nur eine winzigkleine Erwähnung, aber immerhin. Hallo, Pop Culture! xD

    • Mir ging es auch so, als ich das erste Mal eins der Bücher in der Hand hatte. Ich glaube, es war der vierte Band (was ich zu em Zeitpunkt aber nicht wusste) und ich hab es nach wenigen Seiten aufgegeben, weil ich mich zum einen nicht zurecht gefunden habe (zu viele Personen, zu viele Untote) und weil ich zum anderen ein bisschen angewidert war von der „Nackenbeißer-Schreibe“. Aber wenn man vorne anfängt, mit Band 1, dann wird schnell klar, dass Charlaine Harris das Liebesromangenre ein bisschen auf den Arm nimmt und es zusammen mit fantastischen Elementen durchrüttelt. Und es macht einfach richtig Spaß ihren Schreibweise zu lesen – natürlich nur, wenn man nicht von Anfang an mit dem Vorurteil „Iiiih, Vampire und Liebesgeplänkel“ rangeht.

      Tara ist tatsächlich in den Büchern nur eine relativ unwichtige Nebenfigur, allerdings ist die Tara aus der Serie auch eine Mischung aus mehreren Bücherfiguren. Aber sie fehlt mir beim Lesen trotzdem ein bisschen, denn ich mag sie total.

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