[Challenge] English 2011 – Michael J. Fox: Always Looking Up

Fox, Michael J.: Always Looking Up. The Adventures of an Incurable Optimist
Erscheinungsjahr: 2009
Seiten: 288
Genre: Autobiographie
Leseempfehlung: ja

Klappentext:
At the turn from our bedroom into the hallway, there is an old full-length mirror in a wooden frame. I can’t help but catch a glimpse of myself as I pass. Turning fully toward the glass, I consider what I see. This reflected version of myself, wet, shaking, rumpled, pinched, and slightly stooped, would be alarming were it not for the self-satisfied expression pasted across my face. I would aks the obvious question, „What are you smiling about?“ but I already know the answer: „It just gets better from here.“

Meine Meinung:
Michael J. Fox war mir immer ein bisschen unsympathisch. Ich bin kein Fan der Zurück-in-die-Zukunft-Trilogie und auch als Doc Hollywood fand ich ihn eher öde. Ich kann mich erinnern, dass ich ihn dann Ende der 90er in der Serie Chaos City gesehen habe – zur gleichen Zeit als er seine Parkinsonerkrankung öffentlich gemacht hat, aber das war’s dann auch schon. Seine Karriere hab ich nie im Blick gehabt, weil er mich einfach nicht wirklich interessiert hat. Vor kurzem tauchte er dann in einigen Folgen von The Good Wife auf und mein erster Gedanke war „Ach komm, geh weg, McFly!“ Doch da ich von seiner Rolle in TGW so angetan war, fand ich schnell meinen Weg zu seinem Wikipedia-Artikel. Und mein Erstaunen war groß, denn der Mann hat (autobiographische) Bücher veröffentlicht. Und da ich eine Schwäche für Autobiographien und schreibende Schauspieler hab, mussten seine drei Bücher her.

Den ersten Teil seiner Autobiographie, Lucky Man, habe ich bereits letzten Monat gelesen – in diesem waren dann Always Looking Up und A Funny Thing Happened on the Way to the Future dran. Tatsächlich habe ich alle drei Bücher mehr oder weniger „Rücken an Rücken“ gelesen, da ich nach Lucky Man einfach wissen wollte, wie es weitergeht. Michael J. Fox hat einen sehr angenehm fließenden und humorigen Schreibstil, der mich wirklich angesprochen hat.

Kids are like Labrador retrievers – show them a car with the motor running and the back door open and giving no thought to the destination, they’ll scramble in and hang their head out the window in anticipation of the wind blowing back their hair and whipping the spit off their dangling tongues.

Egal ob er von seinen Kindern, seiner Arbeit oder seiner Krankheit berichtet, immer schwingt ein optimistischer und leicht amüsierter Unterton mit, was eine faszinierende Wirkung auf mich als Leser hatte – ich habe mich wohl gefühlt, entspannt und in freudiger Erwartung auf die Zukunft. Im Grunde habe ich während des Lesens Michael J. Fox‘ Lebenseinstellung übernommen: It just gets better from here. :)

Ich war mehrmals den Tränen nah, allerdings waren es bis auf wenige Ausnahmen Freuden- oder besser: Lachtränen.

In a situation like the ad shoot, when all I have to do is sit and read words from a teleprompter, a good chair is imperative. Rolling ball-wheel, swivel-type office models are a menace – they’d need a steadicam to track me as I careened around the room. […] An armless parlor chair couldn’t contain me – I’d eventually spill sideways out of the frame and onto the floor. A stool ist out of the question, and a spinning bar stool is potential suicide.

So schlimm wie Parkinson auch ist, bei Szenen wie der oberen kann ich nicht anders als in ein doofes Grinsen auszubrechen. Und genau das ist meiner Meinung nach auch Fox‘ Intention – dem Leser zu zeigen, dass man nicht mit heruntergezogenen Mundwinkeln herumsitzen muss, wenn man über eine solche Krankheit spricht. In Lucky Man berichtet er davon, dass er oft auf Menschen trifft, die ihn bemitleiden und mit einem „Oh Gott, wie schrecklich muss das für Sie sein und wie schlecht müssen Sie sich fühlen!“-Gesicht auf ihn zukommen. Ein makaberer Rollentausch findet dann quasi statt, da er selbst diese Menschen aufmuntern und ermutigen muss, obwohl sie selbst nicht an Parkinson leiden, sondern nur an zuviel Mitgefühl.

Aber auch erschütternde und wirklich traurige Dinge finden ihren Platz in Always Looking Up. So berichtet er vom 25. Juli 2000 an dem er die Berichte über den Concorde-Absturz in seinem Büro verfolgte – einen Tag nachdem er selbst mit seiner Familie in der Concorde von Paris nach New York geflogen war.

Sometimes when you’re alone, minutes pass before you even realize you’re crying.

Dennoch überwiegen die amüsanten Kleinigkeiten von denen er berichtet, allen voran sein Umgang mit Parkinson und seine Familie.

She [seine Tochter Esmé] is curious, inventive, creative, and fall-down funny – she is who I always wanted to be when I grew up. […] I always warn babysitters […], „If you come upon her lying flat on her back on the sofa, on a rug, or in a tree branch, her eyes staring into space while her right hand teases the hair behind her ear into a ringlet, she’s not doing nothing. She’s busy. Let it go.“

Alle drei Bücher von Michael J. Fox haben mich davon überzeugt, dass meine frühere Antipathie völlig grundlos war. Fox schafft es seinen eigenen Optimismus und seine Lust auf Wissen, Glück und das Leben im Allgemeinen auf mich als Leser zu übertragen und das ist eine reife Leistung. Nebenbei lernt man noch etwas über die Parkinson-Krankheit, Stammzellenforschung, Schauspielerei und Politik. Mehr kann man von einem Buch, oder drei Büchern, gar nicht erwarten.

Mein Fazit:
Lesen und lernen, dass das Glas nicht nur halb voll ist, sondern sogar noch ein Teller Schokoladenkekse daneben steht. :)

~ von Sasy - Juli 31, 2011.

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