Bewerbungscenter beim ESTA-Bildungswerk

Mein Sachbearbeiter war ja so nett mich einer neuen Maßnahme zuzuweisen und so bin ich heute zum ersten Mal zum ESTA-Bildungswerk gestiefelt um das Erstgespräch hinter mich zu bringen. Ich stand zwar erst einige Zeit doof in der Gegend rum, aber das lag tatsächlich eher an der bescheidenen Planung des Jobcenters, das mehr als ein Dutzend Leute zu Gesprächen „zwischen 8 und 12 Uhr“ geschickt hat. Ich war gleich um 8 Uhr da und war trotzdem nur die Vierte. Ganz clever, liebe Sachbearbeiter.

Wir bekamen zum Zeitvertreib dann einen ‚Annamnese‘-Bogen. *hömhöm* Das Wort heißt ‚Anamnese‘ und ist nicht gleichzusetzen mit ‚Lebenslauf‘. Ein typischer Fremdwörter-sehen-nur-gut-aus-wenn-sie-richtig-geschrieben-sind-und-zum-Thema-passen-Fauxpas. Eigentlich wollte ich zumindest auf den Rechtschreibfehler hinweisen, hab es dann im Gespräch aber leider vergessen.

Das Gespräch selbst war angenehm. Ich bin ja mittlerweile schon froh, wenn man mal jemanden vor sich sitzen hat, der einen als Mensch anerkennt. Die Mitarbeiterin (nennen wir sie Frau H.), mit der ich gesprochen habe, war aber nicht nur nett und freundlich, sondern auch noch höflich und offen. Ganz anders also als meine Erfahrungen bei der (In)CompetenzFactory. Frau H. hat sich meine Bewerbungsmappe angesehen, ein bisschen mit mir darüber diskutiert und mir für nächste Woche einen neuen Termin gegeben, bei dem einer ganzen Gruppe Neuzugewiesener die PCs erklärt bekommt und noch einige Formalitäten geklärt werden. Danach muss ich für 3 Monate jede Woche 1x vorbeikommen und kann Fragen stellen oder Hilfe zu Bewerbungen erhalten. Außerdem kann ich dort drucken und kopieren. Letzteres wird wohl leider meine einzige Beschäftigung dort sein, denn nach Stellenanzeigen kann ich auch zu Hause suchen und meine Bewerbungsmappe ist auch auf dem neuesten Stand. Aber immerhin spare ich ein bisschen Druckertinte und Papier. Beides wird nämlich nicht als Bewerbungskosten vom Jobcenter anerkannt.

Faszinierend finde ich ja immer noch die Tatsache, dass sich diese Maßnahme fast komplett mit der Maßnahme der (In)CompetenzFactory deckt – allerdings durfte ich dort nicht selber an den PC, sondern musste meinem „Jobcoach“ immer über die Schulter gucken.
Ich mache als innerhalb eines halben Jahres quasi 2x die gleiche (sinnfreie) Maßnahme, aber immerhin ist das Klima beim ESTA-Bildungswerk deutlich besser.

Trotz allem ist dieses „Bewerbungscenter“ für mich absoluter Schwachsinn und ich weiß immer noch nicht, wie mein SB auf die Idee kommt, dass ich Hilfe bei Bewerbungen bräuchte. Vielleicht sollte ich ihm diese Frage demnächst einfach mal stellen.

~ von Sasy - April 17, 2012.

Eine Antwort to “Bewerbungscenter beim ESTA-Bildungswerk”

  1. Ich fühle mit dir von Maßnahmen kann ich auch ein Lied singen, die JC, tun ja immer so als ob die Jobs auf der Straße liegen und die arbeitslosen Menschen nur zu faul wären sich zu bücken aber meine Erfahrung ist das man ohne Vitamin B nirgends ein Job findet . Ich habe jetzt schon aus lauter Verzweiflung eine Stelle bei einem Callcenter angenommen obwohl ich mich noch vor einem Jahr dagegen gesträubt habe.

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