Kindheitstraumata – Teil 1: Ikea

what why cryingIn den 1980er Jahren hieß das Småland noch Bälleparadies und war meine ganz persönliche Hölle.

Ein riesiger Raum voller Plastikbälle, einer gammeligen Riesenrutsche und einer überforderten studentischen Aushilfe. Überall liefen Kinder in verschiedenen Stadien der Entkleidung herum, die sich zum Pinkeln grundsätzlich tief in die Bälle eingruben. Mir läuft es jetzt noch kalt den Rücken runter, wenn ich daran denke.

Meine Eltern fuhren regelmäßig zu Ikea und offensichtlich hatte ich stets die irrige Hoffnung einmal mit in die heiligen Hallen kommen zu dürfen, doch direkt links hinter der Eingangstür wurde ich abgegeben – natürlich immer mit der strikten Anweisung die zuständige Kindertante nicht zu belästigen. Ich habe jedes Mal STUNDEN in diesen bepissten Bällen verbracht, weinend und mit lauter Arschlochkindern um mich herum – so kommt es mir zumindest im Rückblick vor.

Und selbst wenn ich den Mut aufbringen konnte, der Kindertante zu sagen, dass ich mit der Gesamtsituation unzufrieden bin, haben meine Eltern auf die Lautsprecherdurchsage nicht reagiert. Die kleine Sasy möchte umgehend im Bälleparadies abgeholt werden? Am Arsch!

Was ich zusätzlich noch sehr grausam fand, war die Tatsache, dass mein 5 Jahre älterer Bruder immer in den ein Stockwerk höher gelegenen Videoraum durfte, um einen Kinderfilm zu gucken.

Aber ganz offensichtlich hat sich mit der Umbenennung in Småland ja doch etwas getan. Meine beiden Cousinen sind nämlich immer gerne und mit voller Begeisterung in die Bälle gehüpft – und beim Abholen waren sie immer vollständig angezogen und nicht tränenverschmiert.

~ von Sasy - März 6, 2013.

4 Antworten to “Kindheitstraumata – Teil 1: Ikea”

  1. haha, das Bild <3

    glaube, ich war mit 18 oder 19 zum ersten Mal bei Ikea. bei uns gibts ja keinen und meine Eltern hatten lange kein Auto und sind sowieso nicht solche Ikea-Fans (zumindest mein Vater ;) ), aber anscheinend hatte ich damit Glück, weil mir sowas erspart blieb – obwohl man mich bestimmt nicht da hätte abgeben können, ich hätte wohl die ganze Zeit geheult.

  2. Da geht’s mir wie der Tina, ich war auch glücklicherweise zum ersten Mal im fortgeschrittenen Teenie-Alter bei IKEA. Unser Junior jedoch wird Ende dieser Woche zum IKEA in Ludwigsburg gekarrt, weil wir Regale brauchen und ein paar Kinderspielsachen shoppen wollen. Ins Kinderparadies stecken wir ihn sicher nicht, jedenfalls haben wir keine Lust auf eine erneute Ansteckung mit irgendwelchen Horrorviren…

  3. Ich reihe mich ein – ich war auch erst sehr spät das erste Mal bei Ikea. Ich glaube, da muss ich ebenfalls ca. 18 oder 19 Jahre alt gewesen sein *grübel*. In unserer näheren Umgebung gab es sehr lange kein Ikea, und auch heute würden meine Eltern sich da wahrscheinlich nur Kleinkram und keine Möbel kaufen. Ich hingegen fahre sehr gerne hin und bin äußerst zufrieden, wie lange die Ikea-Küche schon hält ;-). Und ich muss ehrlich zugeben, dass ich jedes Mal neidisch auf die Kinder im Bälleparadies starre, weil dieses Vergnügen an mir vorbeigegangen ist. Hab mir das immer irre spaßig vorgestellt und wenn es irgendwo ein Småland für Erwachsene gäbe, würde ich hineinspringen :o).

    Schön übrigens, hier wieder was zu lesen!

  4. Hey,

    da bist du ja wieder ;) Ich habe zum 18.Geburtstag von meinen Freunden einen Ikeagutschein und einen Gutschein für die Fahrt dorthin bekommen also auch ziemlich spät. Märzthäsin wenns das für Erwachsene gibt, sag bescheid ich bin dabei!!

    Lg die Kim

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